Sonntag, 8. März 2015

Las Siete Chicas y su Viaje


Am 28. Dezember startete unsere große Reise. Und mit uns meine ich Mara aus Alcalá, Rika und Jasmin aus Tarabuco und dann noch meine WG Eri, Marie, Miri und ich aus Sopachuy. Und da waren wir nun, sieben Mädels mit voller Vorfreude, das Land in dem wir für ein Jahr leben endlich mit all seinen Vielseitigkeiten besser kennen zu lernen.

1. Station - La Paz:
La Paz, eine der größten Städte Boliviens und auch die Stadt, in der der offizielle Regierungssitz ist, war unsere erste Station auf der langen Reise.
Anfangs erkundeten wir erst mal die Stadt oder besser gesagt wir versuchten es. Zum einen ist La Paz unglaublich riesig und mehr als das Zentrum und einige Seitenstraßen kann man gar nicht erlaufen und zum anderen weil es auf einer Höhe von 3800m liegt. Es war also nicht nur das Problem, dass man nicht sehr schnell voran gekommen ist, da jeder einzelne Schritt sehr anstrengend war, sondern vor allem weil einige von uns ernsthafte Probleme mit der Höhe hatten. D.h. zum  Beispiel Herzrasen, Übelkeit und andauernde Kopfschmerzen. Hinzu kam, dass es einfach nur eiskalt war, da die Mischung zwischen Regenzeit und einer beeindruckenden Höhe nicht wirklich für warmes Klima sorgen. Von daher gingen wir alles etwas ruhiger an, vertrieben unsere Zeit mit Shoppen, einem Ausflug zu Tiwanaku (prä-inkaische und inkaische Kulturstadt) und genießten das internationale, leckere Essen.
Und dann war auch schon Silvester. Wir hatten das Glück, dass unser Hostel eine riesige Dachterrasse hatte auf der wir gemeinsam rein feiern konnten und einen perfekten Ausblick über ganz La Paz und El Alto hatten. So ein riesiges Feuerwerk habe ich selten erlebt und es war absolut beeindruckend! Danach ging es noch in einen Club in der „Zona Sur“, der etwas wohlhabenderen Gegen La Paz´, um gemeinsam den Abend ausklingen zu lassen.
Und so hatte also das neue Jahr 2015 angefangen, komplett anders als die 18 Jahre zuvor, aber trotzdem eine einmalige und unvergessliche Erfahrung. Viel Zeit um im neuen Jahr anzukommen hatten wir allerdings gar nicht, da es am 2. Februar schon wieder weiter ging in Richtung Tiefland Boliviens.

Panoramablick über La Paz


La Paz

Silvester

La Madre Tierra - Pachamama

La Puerta del Sol

2. Station – Rurrenabaque und Dschungel
Um nach Rurrenabaque (eine Stadt im Departamento Beni, also im Tiefland Boliviens) zu gelangen gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man fährt ca. 2 Tage mit der Flota durch ganz Bolivien und geht das Risiko ein, aufgrund der Regenzeit irgendwo stecken zu bleiben, oder man nimmt einen einstündigen Flug auf sich.  Da wir jeden Tag nutzen wollten haben wir uns schon im Vorhinein für die zweite Variante entschieden. Von daher hieß es für uns um 4Uhr aufstehen um pünktlich am Flughafen von El Alto zu sein. Allerdings verschob sich unser Flug um zwei Stunden nach hinten, da aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse um Rurrenabaque herum keine Flugzeuge starten durften. Zwei Stunden später ging es dann tatsächlich los. Wir wurden von einem Flughafenpersonal quer über einige Start- und Landebahnen bis zu unserem „Flugzeug“ geführt. Und mit Flugzeug meine ich eine Mini Maschine für 20 Menschen, in der man nicht einmal aufrecht stehen konnte. Etwas skeptisch aber voller Vorfreude starteten wir und flogen ca. eine dreiviertel Stunde mit den heftigsten Turbulenzen und landeten schlussendlich sicher am Flughafen von…..EL ALTO. Wir hatten gar nicht bemerkt, dass wir während dem Flug wieder umgekehrt sind, da es anscheinend immer noch zu heftige Stürme im Tiefland gab. Also ging das ganze wieder von vorne los. Neu einchecken, warten im Terminal, gemeinsamer Spaziergang über das  Flughafengelände, Einsteigen in die Mini Maschine und dann eine Stunde später tatsächlich in Rurrenabaque anzukommen. Uns erwartete nichts außer eine unendliche grüne Landschaft, eine Start- und Landebahn inmitten im Nichts und ein kleiner Bus von der Fluggesellschaft. Dieser brachte uns dann auch in die relativ touristische Stadt Rurrenabaque von der aus wir unsere Dschungel-Touren starteten.

Die Stadt im Tiefland - Rurrenabaque

Zu Beginn hatten wir uns gemeinsam für eine dreitägige Tour durch die Amazonas Ausläufe, der sogenannten „Pampas-Tour“ entschieden. Zunächst wurde man mit einem Jeep 3h  von Rurrenabaque in ein entlegenes Dörfchen gefahren, um von dort aus weitere 2 Stunden in die Lodge mit dem Schiff zu fahren. Da allerdings ab Anfang Januar die große Regenzeit in Bolivien beginnt, hatte der Regen leider kein Erbarmen mit uns. Und so regnete es den kompletten ersten Tag durch und machte die Bootsfahrt auch nicht ganz so angenehm. Trotzdem konnten wir sehr viele Tiere, wie z.B. Alligatoren, Vögel und Schildkröten sehen. In der Lodge angekommen wechselten wir sofort unsere Kleidung, aßen ein wenig und gegen später ging es dann zum „Alligatoren by night watching“. Das sah so aus, dass wir erneut mit unserem Boot aufgebrochen sind und über den dunklen Amazonas Fluss gefahren sind. Hatte jemand den leisesten Hauch gehört suchten wir  sofort mit den Taschenlampen nach dem entsprechenden Tier. Hat man dann tatsächlich einen Allligator gefunden und leuchtete ihn mit der Taschenlampe an, so leuchteten sein Augen rot zurück. Sehr spannend aber durchaus gruselig. Die weiteren beiden Tage füllten sich dann wieder mit Tieren im Amazonas suchen, Wanderung durch den Sumpf um Schlangen zu finden und natürlich: Piranha fischen. Das stellte sich allerdings eher als Piranha Fütterung heraus, da diese zu schlau waren um anzubeißen und sich somit fast immer gemeinsam mit dem Köder (Hundefleisch) aus dem Staub gemacht hat. Ironischer weise haben bei uns nur die Vegetarier Erfolg gehabt und ich blieb fleißig bei der Fütterung. Unser Guide hatte uns dann noch demonstriert wie kannibalisch Piranhas eigentlich sind. Er hielt einen frisch gefischten, noch lebenden Piranha vor einen bereits toten und dieser fing an den anderen aufzufressen obwohl er eigentlich gerade im Sterben lag…das nennt man dann wohl Fresslust! 8 Fische und einen gemeinsamen Sonnenuntergang später durften wir dann auch endlich die Piranhas kosten. Generell schmeckte es schon nach Fisch, aber hatte auch etwas Ähnlichkeiten mit Hühnchen.
Unsere Lodge

Unser Boot

Piranha

Una Tortuga
ausgewachsenes Alligator-Männchen

 Äffchen

Sonnenaufgang im Dschungel

Den nächsten Tag verbrachten wir dann damit in das Revier der rosa Flussdelfine zu fahren, um dort schwimmen zu gehen. Und mit schwimmen meine ich auch wirklich schwimmen, auch wenn es der Amazonas ist. Die Theorie ist eigentlich ganz simpel: dort, wo es Delfine gibt, gibt es keine Allligatoren und Piranhas, da die Delfine Piranhas fressen und Alligatoren aus dem Weg gehen. Soweit die Theorie, dennoch war man etwas misstrauisch in den undurchsichtigen, braunen Fluss zu springen. Schlussendlich waren wir aber alle im Amazonas und es ist nichts weiter passiert, außer, dass ein Australier unserer Gruppe in den Fuß gebissen wurde. Allerdings von einem Delfin. Daran merkt man dann auch, dass diese Tiere trotzallem wilde Tiere sind und in freier Natur leben.  
Das war es dann auch schon für uns, da wir nach dem Schwimmen wieder zurück nach Rurrenabaque mussten, da die drei Tage Dschungel Tour auch schon wieder zu Ende waren.

Schwimmen im Amazonas

Trotzdem mussten wir nicht lange warten, da es schon bereits am nächsten Tag wieder mit der nächsten Tour in den Dschungel ging. Dieses Mal allerdings auf ganz andere Art und Weise. Sobald wir mit dem Boot an der richtigen Einstiegstelle in den Dschungel waren ging es für uns nun zwei Tage zu Fuß weiter. Mit uns im Schlepptau ein Guide, der „Kapitän“ des Bootes und eine Köchin inklusive Essen für zwei Tage. Zunächst hieß es von der Legestelle bis zum Camp zu laufen. Das war zwar nur ein Weg von 20min, aber aufgrund der Regenzeit seeehr rutschig und mit viel Gepäck nicht gerade einfach zu laufen! Dort angekommen ruhten wir uns zunächst aus und machten uns gegen Mittag auf die erste Wanderung des Tages. Der Guide packte seine Machete und wir sieben Mädels liefen ihm brav hinterher. Immer wieder hielt er an, um uns einige Pflanzen und Tiere zu zeigen. Und was der Dschungel alles so zu bieten hat ist einfach unglaublich! Von den verschiedensten Pflanzen, die in irgendeiner Weise zum Nutzen oder Überleben dienen, bis zu den beeindruckendsten Tieren. Es gibt Bäume aus denen man Holz und Gift für Jagdpfeile gewinnen kann, Knoblauchbäume die zum würzen des Essens dienen, Kakao Pflanzen, Bäume mit frischen Früchten und Lianen, aus denen man Trinkwasser gewinnen konnte. Außerdem entdeckten wir frische Jaguarspuren, (zu) viele Termiten und Ameisen (je kleiner, desto tödlicher und bei indigenen Stämmen beliebte Foltermethoden), einige Tukane und rote Affen. Doch das beeindruckendste war einfach, dass man im Dschungel praktisch alles zum Überleben hat, sogar Luxusartikel wie „Rucksäcke“ oder „Regenschirme“ waren zu finden. Um das alles zu entdecken hatten wir leider nur eineinhalb Tage Zeit, aber die haben sich definitiv gelohnt. Denn zu Fuß und nur zu siebt hatte man einen viel intensiveren Einblick, als bei der doch etwas touristischen Pampas Tour. Trotzdem haben beide Touren zusammen diesen Ausflug ins Tiefland einfach unglaublich und einmalig gemacht!
Ankommen im Nichts

Das Camp
An den Lianen schwingen wie Tarzan

Während der Nachtwanderung

frische Jaguarspuren

Flaschenrucksack

Kakao

Riesenspinne im Essensraum


Unser Guide
rote Affen


3. Station: Copacabana & Titicacasee
Nach einigen Tagen Aufenthalt in La Paz ging es dann auch endlich wieder weiter auf unserer Reise. Nächster Halt: Die Copacabana Boliviens am Lago de Titicaca! Nach einer fünfstündigen Flota Fahrt inklusive Bootsübersetzung auf die Insel sind wir angekommen und leisteten uns das berühmte Mittagessen „Trucha a la plancha“ (gegrillte Forelle direkt aus dem See). Kurz darauf setzten wir auf die Isla del Sol über und merkten erneut einen deutlichen Höhenunterschied. Die Isla vermerkt nämlich eine beachtliche Höhe von 4.400m und macht einem die Hostel Suche gar unerträglich. Doch auch dieses Hindernis überwindeten wir und genießten einen vorerst letzten Abend zusammen. Denn am nächsten Morgen waren es nur noch „cinco chicas“, da Rika und Eri uns verließen.
Also machten wir uns zu fünft auf, um unseren letzten Tag noch so richtig zu genießen. Wir beschlossen mit dem „Camino del Inca“ in Richtung Süden der Insel zu Wandern. Dieser dauert angeblich ca. 7-8 Stunden und umrundet fast die komplette Isla del Sol. Schade, dass wir diesen Weg nicht gefunden hatten und somit auf eigene Faust los stapften. Das heißt quer Feld ein, durch viel Gestrüpp, immer wieder Berge hoch und runter und an freilebenden Alpakas vorbei. Und diese Tiere sollte man definitiv nicht unterschätzen! Denn haben sie keine Lust mehr auf Foto-Shooting zeigen sie das deutlich durch eine geballte Ladung an Spucke gemischt mit eben gefressener Weide, gezielt in das Gesicht von armen Touristen. Nachdem unsere Bildungslücke, dass auch Alpakas spucken können geschlossen wurde, widmeten wir uns wieder unserer Wanderung.
Nach ca. vier Stunden Wanderung sind wir von „Yumani“ bis zum übernächsten Dorf „Challa-Pampa2“ gelaufen. Das ist auch das Dorf, in dem drei Voluntarios von uns ihren Auslandseinsatz verbringen. Einfach wunderschön, aber auch sehr verlassen und einsam. Sehr müde von dem bereits bestrittenen Weg und auch etwas geschwächt aufgrund der Höhe machten wir eine kleine Pause. Und wie es der Zufall so will bot uns ein Tienda Besitzer an, uns mit seinem Boot bis in das nächste Dorf zu bringen. Das war einfach unglaublich freundlich und ersparte uns weitere zwei Stunden auf und ab laufen. Im anderen Dorf angekommen wanderten wir noch bis zum südlichsten Punkt der Isla, an dem eine noch sehr gut erhaltene Inkastätte steht. Sehr beeindruckend und auch absolut lohnenswert sich das anzuschauen. Den Rückweg zu laufen hätten wir dann gar nicht mehr geschafft und so wurden wir erneut mit dem Boot nach Hause gebracht – in Bolivien scheint einfach fast alles möglich zu sein. Am nächsten Morgen ging die Reise dann nur noch für „cuatro chicas“ weiter, da uns auch Marie aufgrund von Höhenproblemen an diesem Punkt verließ.

La Isla del Sol


Las cuatro chicas - Jasmin, Mara, Miri und ich

Lago de Titicaca

endlich angekommen
Inkaruinen an der Nordspitze der Insel

4. Station: Cusco, Perú
Von der Copacabana ging es für Mara, Miri, Jasmin und mich direkt über die Grenze bis nach Cusco weiter. Eine neunstündige Fahrt inklusive Grenzübergang, bei welchem man erneut die EU zu schätzen lernen wusste, kamen wir auch schon in DER Inka-Stadt überhaupt an: Cusco.
Und man muss echt sagen, dass es eine wunderschöne Stadt ist. Klar ist es auch sehr touristisch, da von dort aus die meisten zum Machu Picchu pendeln, aber auch zu Recht. Es gibt eine wunderschöne Altstadt, ein tolles Zentrum mit einer schönen Plaza und vielen Kirchen und es wirkt insgesamt etwas gepflegter und sauberer, als die meisten Städte in Bolivien.
Von daher gingen unsere eineinhalb Tage Aufenthalt auch schnell rum und wir saßen nur noch als „tres chicas“ im Auto Richtung Machu Picchu, mit Zwischenstopp in Hidroeléctricas. Jasmin ist in Cusco geblieben, da sie per drei tägiger Wanderung über den Inka Trail bis zum Machu Picchu laufen wollte. Wir wählten die etwas gemütlichere Alternative. Mit dem Auto ging es 6 Stunden lang über einen Gebirgspass bis zu Hidroeléctrica. Von dort aus wanderten wir 2-3h zu Fuß bis nach Aguascalientes durch eine unglaubliche tropische Landschaft. In Aguascalientes verbrachten wir nur eine kurze Nacht, da es schon um 5 Uhr in der Früh weiter mit dem Bus bis hoch zum Machu Picchu ging. Die Stadt selber besteht allerdings auch nur aus Hotels, Essens- und Feiermöglichkeiten und sonstigen Touri-Angeboten.

Die Altstadt Cuscos

Die Plaza

5. Station: Machu Picchu
Um 6.30 Uhr in der Früh standen wir also vor dem Eingang des berühmt berüchtigen Machu Picchu mit gefühlten fünftausend weiteren Menschen. Als wir unseren Guide gefunden hatten ging es dann auch schon los. Machu Picchu ist eine der größten, noch vorhandenen Ruinenstädte der Inkas auf einer Höhe von 2360m. Sie liegt zwischen den Gipfeln des Huayna Picchu und des gleichnamigen Berges Machu Picchu. Die Stadt ist wie heutige Städte aufgebaut. Eine Plaza mit Marktplatz, viele Wohnhäuser und eine Menge an Terrassen auf welchen Landwirtschaft betrieben wurde. Man sagt, dass ca. 1000 Menschen dort gelebt haben müssen und dementsprechend groß ist auch die Stadt. Das einzige was mir einfällt, um Machu Picchu zu beschreiben ist, dass es einfach unglaublich beeindruckend und auf jeden Fall zu empfehlen ist!

Der Weg zu Aguascalientes

Machu Picchu

auch Alpakas dürfen nicht fehlen

Die berühmte Sonnenuhr

Inkabrückke in der Nähe des Machu Picchu

6. Station: Cochabamba
Nach einigen Tagen Peru waren wir auch sehr froh, wieder in Bolivien zu sein.
Unser nächster Stopp und auch das Wiedertreffen mit Jasmin nach Machu Picchu und einem Tag Ruhe in La Paz war Cochabamba.
Zuvor verbrachten wir aber noch einen ganz aufregenden Tag auf dem Camino de la Muerte, der Todesstraße. Sie gilt als die gefährlichste Straße der Welt, denn in Zeiten, in denen sie genutz wurde, kamen pro Jahr 14 Menschen ums Leben. Heute gibt es eine gut ausgebaute Umfahrungsstrecke von La Paz aus in die Jungas, um etwas sicherer im Tiefland anzukommen. Da die Todesstraße für den normalen Verkehr nicht mehr stark genutzt wird, wurde sie zur Touristenattraktion. Man startet mit dem Mountainbike auf 4600m und fährt bis hinunter auf 1200m in die Jungas. Abgesehen von Fahrrad und Helm, die beide recht gut waren, ist der Rest der Ausrüstung dann eher dürftig. Aber sollte man dann tatsächlich 200m in die Tiefe stürzen, bringen einem Ellbogen und Knieschützer vermutlich auch nicht mehr viel. Friert man oben noch buchstäblich auf dem Fahrrad fest, da es auf einer Höhe von 4600m eiskalt ist, fährt man weiter unten nur noch mit T-shirt weiter. Mit dem Fahrrad ist das Ganze dann gar nicht so gefährlich. Die meisten Autos verunglückten hier, da die Straße so eng ist und es nur wenige Ausweichmöglichkeiten gibt. Trotzdem war das ein großes Abenteuer: Wasserfälle über die Straße, durch die man hindurch fährt, möglicher Gegenverkehr und teilweise eine sehr holprige, steinige Straße und natürlich der gähnende Abgrund. Aber wir sind alle heil unten angekommen!

El Camino De La Muerte

Die Ausrüstung

Der Abgrund
In Cochabamba waren wir dann wieder als „cuatro chicas“ unterwegs. Von Cochabamba sagt man, dass es mit Santa Cruz eine der westlichsten Städte Boliviens ist. Wir besichtigten die Plaza, einige Kirchen und  gingen außerdem zur berühmten Christusstatue, welche sogar größer ist, als jene aus Rio de Janeiro. Zu mehr reichten die zwei kurzen Tage dann auch nicht, da wir noch in einen Nationalpark  wollten und auch das Zwischenseminar schon bald anstand.
Die Plaza Cochabambas
Christusstatue


7. Station: Nationalpark Toro-Toro
Unser letzter Stopp war der Nationalpark Toro-Toro, dort warteten neben einer faszinierenden Landschaft Dinosaurierspuren, Wanderungen und so einige Höhlen auf uns. Das abschließende Highlight war eine aufregende Klettertour in eine Tropfsteinhöhle. Mit Helm und Lampe gesichert kletterten wir ganze 2h durch eine komplett dunkle und sehr rutschige Höhle. Uns war vorher gar nicht bewusst, durch welche winzigen Spalte man als Mensch überall hindurch kommen kann, wenn man es muss. Man konnte kaum aufrecht stehen und musste des öfteren auf allen Vieren durch winzige Fellspalten robben. Dies sorgte für ein einmaliges Abenteuer, da so etwas in Deutschland mit Sicherheit nicht existiert und eine Menge Spaß.
Leider war das auch schon das Ende unserer langen Reise und mit Unmengen an Erfahrungen reicher kehrten wir motiviert in unser Zwischenseminar zurück.

Stein-Echse

eine der zahlreichen Höhlen

in der Tropfsteinhöhle

Baum aus Stalaktiten

Die engen Felsspalten
Dinosaurierspuren

Der Canyon

el teatro de piedras

Seit der Reisezeit bin ich hier in Sucre geblieben, um an einem sechswöchigen Intensiv-Sprachkurs teil zu nehmen (DELE-Kurs). Und dieser Kurs ist wirklich sehr intensiv! Jeden Morgen Unterricht und den restlichen Tag Hausaufgaben. Aber man lernt im Gegenzug auch unglaublich viel und wenn man das Abschlussexamen im Mai besteht, bekommt man ein international anerkanntes Sprachzertifikat, mit welchem man sogar an spanischen Unis studieren könnte.


Samstag, 31. Januar 2015

Noche Buena en Sopachuy, Navidad 2014


Wie auch im Programmheft beschrieben startete Weihnachten in Sopachuy schon am 23. Dezember mit dem Fest des Kirusillas. Dieser wird auch umgangssprachlich „Der Whiskey Sopachuys“ genannt und ist eigentlich eine Art Quittenschnaps. Deshalb traf sich das ganze Dorf wie üblich in der Cancha, um dort erst Weihnachten durch einige Tanzvorstellungen und gegen später den besagten Whiskey zu feiern. Auch gab es eine Vorstellung der T-shirts aller Tanzgruppen zu Weihnachten. Jedes Jahr nehmen eine Menge Tanzgruppen teil, die sich ungefähr nach Wohngebieten im Dorf aufteilen und die folgenden drei Tage durch die Straßen Sopachuys tanzten. Der restliche Abend wurde dann dazu genutzt, um in der angesagtesten – und auch einzigen – Disko im Dorf zu feiern.

 Der 24. Gestaltete sich dann im Vergleich zu Deutschland ziemlich anders. Eigentlich war es bis zum Abend ein Tag wie jeder andere  und jeder räumte irgendetwas vor sich hin. Hier in Bolivien wird Heilig Abend nämlich erst mitternachts, um genau 24 Uhr gefeiert. Zuvor aber versammelte sich das ganze Dorf an der Plaza, da sich dort die ganzen Weihnachtsgruppen zum ersten Mal präsentierten. Der Rest, der nicht zuschaute tanzte natürlich mit und darunter waren auch wir vier Voluntarias. Wir gehörten zu der größten Gruppe, den „Autenticos“. Wie früher bei Tanzkursen mussten sich Mädchen und Jungen gegenüber aufstellen, um darauf zu warten aufgefordert zu werden. Als alle Tanzpärchen gefunden wurden ging es auch schon los: die eigene Musikgruppe begann zu spielen und es folgte ein lauter Gesang aller Teilnehmer und eine Ehrenrunde um die Plaza. Der Weihnachtstanz „Chuntunqui“ ist eigentlich nicht besonders kompliziert. Man tanzt immer in Pärchen durch die Reihen der anderen Mitglieder und wenn man den Tanz nicht kennt, macht man einfach nur ein wenig Pferdchen-Hüpfer und fällt dabei nicht arg aus dem Konzept. Es geht nämlich nicht nur um Können, sondern hauptsächlich um Stimmung und Spaß am Tanzen. Und genau den hatten wir! 

Los Autenticos

Nach der großen Präsentation mussten wir allerdings auch schnell wieder nach Hause, da wir pünktlich zu Heilig Abend zurück sein wollten. Und dann war es soweit. Die ganze Familie versammelte sich am Essenstisch und es folgte eine Rede vom Oberhaupt der Familie, Opa Carlos höchstpersönlich. Danach wünschte man sich fröhliche Weihnachten und aß gemeinsam „Picana“ (traditionelle Weihnachtssuppe mit Gemüse, Hähnchen und Fleisch) bis die Kinder es nicht merh aushielten und über die Geschenke herfielen. Sogar wir Voluntarias haben jeweils ein Geschenk von unserer Gastfamilie bekommen. Das war eine richtig liebe Geste und man hat sich wirklich zur Familie zugehörig gefühlt. Die restliche Zeit saßen wir dann noch zusammen und haben gemeinsam den Abend bzw. die Nacht ausklingen lassen.

Der Weihnachtsbaum

Gastbruder Lenin als Weihnachtsmann

Die komplette Familie


Am nächsten Tag, den ersten Weihnachtsfeiertag stand dann wieder Tanzen auf dem Programm. Und zwar insgesamt 7 Stunden durchgehend von 15 bis 22 Uhr. Wir starteten wie üblich an der Plaza und drehten dann eine komplette Runde durch das Dorf, tanzten durch alle Straßen die es so gab und gingen in fast alle Häuser die offen standen. Als Dank darauf wurde man auf den ein oder anderen Becher Chicha oder Kirusilla eingeladen.  Dann folgte eine kurze Pause in der wir uns eben frisch machten, kurz ausruhten und dann den restlichen Abend wieder in der berühmten Karaoke Bar zu feiern. Wie ihr schon merkt, kam man aus dem Feiern gar nicht mehr raus und so ähnlich ging es dann auch die ganzen Tage weiter. 

Allerdings „nur“ bis zum 27. Dezember. Da hatte nämlich Carlos seinen Geburtstag und der musste noch kräftiger gefeiert werden. Schon früh am Morgen fand eine persönliche Messe in der Kirche statt, an der nur die Familie und wir Voluntarias teilnahmen. Danachh folgte ein kurzer Gang auf den Friedhof und gemeinsames Ambrosia trinken und Sopa de Maní (Erdnusssuppe) bei uns zu Hause. Dies war allerdings nur eine kurze Pause, da bis zum Abend noch für 50 Personen Essen vorbereitet werden musste. Die Männer widmeten sich weiter dem Alkohol wohingegen die Frauen Papa Rellena, Picante de Pollo, Chunos, Nudelsalat und allerlei andere Köstlichkeiten zauberten. Pünktlich zum Abendessen waren alle Gäste versammelt, das Essen fertig und das Buffet konnte eröffnet werden. Für uns Voluntarias ging es allerdings nur noch bis halb vier Uhr nachts, da wir dann die Flota in unsere große Reise erwischen mussten. Mehr dazu folgt ganz bald…

Kurztrip Chile



HOLA
man glaubt es kaum, aber ja..ich lebe tatsächlich noch :)
Seit dem letzten Blog Eintrag ist schon wieder unglaublich viel Zeit vergangen und dementsprechend hole ich hiermit nun einiges nach. Beginnen wir doch mal ganz von vorne…

Da auch ich seit Mitte Dezember endlich Urlaub hatte und somit alle mit Arbeiten fertig waren, hatten wir uns dazu entschlossen, für eine Woche nach Chile zu fahren, um unsere freie Zeit sinnvoll zu nutzen.

Doch kurz bevor es los ging bekamen wir noch einen Spontanbesuch vom Präsidenten Evo Morales in Sopachuy. Wie es sich für einen Politiker so gehört kam er mit Helikopter in unserem Dorf an, wurde durch eine Parade des Militärs begrüßt und darauf folgten viele und vor allem lange Reden des Bürgermeisters,  Ministers und eben auch von Evo selbst. Bis dahin war es eine übliche förmliche Veranstaltung wie man sie in Deutschland auch kennt. Doch auf diese folgte wie es in Bolivien so üblich ist eine Überraschung: ein Fußballspiel bei dem sogar der Präsident höchstpersönlich teilnahm. Dabei ging es nicht nur um Spaß, sondern auch um eine neue Cancha für Sopachuy. Allerdings verlor unser Team und somit gab es  auch leider keine neue Sporthalle für das Dorf. So schnell und unerwartet wie Evo ankam, so schnell verschwand er dann auch wieder. Alles in allem war es zwar eine sehr kurze Veranstaltung, aber eben auch ziemlich toll den Präsidenten mal live und in Natura zu sehen.

El Presidente - Evo Morales

Militärparade

Und dann ging es wie schon angekündigt am 15. Dezember nach Chile. Einen ganzen Tag Bus fahren inklusive 6h Warten an der Grenze später (man lernt hier die EU echt zu schätzen) kamen wir dann auch endlich in Iquique an und es folgte zu aller erst ein leichter Kulturshock. Uns war klar, dass Chile weiter entwickelt und moderner ist als Bolivien, aber trotzdem waren wir erst mal perplex. Iquique ist eigentlich eine relativ kleine Stadt, die nach endloser Strecke durch die Wüste plötzlich auftaucht und direkt an der Küste zum Pazifik liegt. Doch schon die kleinsten Kleinigkeiten wie geteerte Straßen ohne Löcher, Autos die so aussehen als würden sie den TÜV bestehen, Hochhäuser, Menschen die Englisch sprechen können und Supermärkte mit internationalen Produkten waren total ungewohnt und man fühlte sich anfangs etwas überfordert - Ich bin echt mal gespannt wie das dann in 6 Monaten wird, wenn ich wieder nach Deutschland zurückkehre.
Trotz allem hinderte uns das nicht daran am nächsten Tag erst mal in den Supermarkt zu gehen, um Dinge wie Käse, Schinken, dunkleres Brot und Joghurt einzukaufen, da wir das seit Ewigkeiten schon nicht mehr gegessen hatten. Somit hatte sich der Urlaub rein vom Kulinarischen schon absolut gelohnt!
Aber auch landschaftlich hat Iquique unglaublich viel zu bieten. Es liegt inmitten einer Wüstenzone, ist dementsprechend warm und riesige Sanddünen umranden praktisch die Stadt und trotzdem fällt man fast ins Wasser wenn man aus dem Hostel herausgeht. Das machte unseren Urlaub ziemlich abwechslungsreich, da wir uns einerseits am Strand entspannen konnten, aber andererseits auch sehr viel sehen konnten sobald wir per Fuß unterwegs waren. Es gibt einen wunderschönen Hafen (mit Hamburg-Süd Frachtern), eine tolle Altstadt und sehr viele nette Menschen.

Ausblick vom Hostel

Der endlose Strand

vergebliche Versuche in Weihnachtsstimmung zu kommen

Der Hafen

Wüstenzone direkt am Pazifik


Zu mehr reichten die fünf Tage dann allerdings auch leider gar nicht, da wir zu Weihnachten wieder in Sopachuy sein wollten.

Sonntag, 7. Dezember 2014

Fiesta de la Virgen de Remedios


Wie schon angekündigt und auch versprochen kommt hiermit nun ein alleiniger Blog-Eintrag zu der riesigen Fiesta unseres Dorfes. Und mit riesig meine ich volle 8 Tage, an denen durchgängig irgendetwas los gewesen ist und man eigentlich ständig unterwegs war.
Angefangen hat das ganze ganz gemütlich am 20. November, einem Donnerstagabend mit einer Musikgruppe auf der Plaza. Am nächsten Tag wurde zu Ehren der Jungfrau „Remedios“ und zugleich Schutzpatronin Sopachuys eine Messe gehalten, in welcher um ihren Schutz für ganz Sopachuy und den dort lebenden Familien gebeten wurde. Anschließend folgte einer Prozession durch das ganze Dorf, um die Virgen zu präsentieren und zu ehren. Diese endete an einer Kirche an der Plaza, an der sich das ganze Dorf versammelt hatte, um ein gemeinsames Gebet zu sprechen. Gegen Mittag folgte dann ein gemeinsames Essen in der Cancha, bei welchem wie immer viel getanzt, gesungen und auch getrunken wurde.

la Virgen de Remedios

Die Tafel in der Cancha (nur Getränke)

bolivianische Musikgruppe


Am selben Tag ist dann auch noch unser ganzer Besuch aus Sucre und Alcalá angekommen und dieser wurde durch einen gemeinsamen Abend in der Karaokebar beendet. Wir wollten allerdings nicht allzu spät ins Bett, da für Marie, Miri und mich am Samstag ein großes Ereignis bevorstand : la gran Entrada folklórica bei der wir mittanzten. Die vorige Woche hatten wir uns immer wieder mit den Leuten aus dem Krankenhaus verabredet, um gemeinsam  Morenada zu üben. Und aus einer geplanten Woche wurden dann schlussendlich doch nur 3 Abende. Deshalb und auch weil das Kostüm seeeeehr kurz und leider auch seeeeehr pink war konnten wir nicht wirklich einschätzen wie sich wohl der weitere Tag entwickeln würde. Kurz bevor es los ging schwankten wir immer zwischen Gefühlen  wie „ach das wird sicherlich witzig und es ist eine einmalige Erfahrung“ und „oh mein Gott das wird 2h Hall of Shame“. Da wir eh nicht mehr abspringen konnten und auch nicht wollten haben wir uns dann dazu Entschlossen erstere Einstellung anzunehmen. Mit dieser konnten wir die anfänglichen - etwas anzüglichen Kommentare auf unser Auftreten – gekonnt ignorieren und mit viel Spaß an der Entrada teilnehmen. Einmal angefangen mit tanzen wollte man auch nicht mehr so schnell aufhören. Die eigene Musikgruppe, die ganzen gut gelaunten Menschen an den Straßenrändern und das super Wetter machten dieses Ereignis einfach einmalig! Zwei Stunden und ein paar kaputte Füße später standen wir zwar etwas erledigt aber total glücklich auf der Plaza, wo die richtige Party dann erst begann und auch erst gegen 4 Uhr nachts ihr Ende nahm. Es war zwar ein sehr anstrengender aber dafür ein unglaublich spannender und total schöner Tag!

Bailando Morenada

Die Kostüme der Frauen
Ein kleiner Teil der Kollegen aus dem Krankenhaus


Der Sonntag wurde dann vor allem dazu genutzt sich von den letzten zwei Tagen durchfeiern zu erholen und mal wieder etwas Ruhe zu haben, denn am Montag ging es wieder mit Arbeiten los. Das hielt uns allerdings nicht davon ab, uns mit ein paar Freunden zu treffen und einen gemütlichen Abend zu verbringen. Aus dem eigentlich geplanten gemütlichen Abend wurde dann allerdings nichts, da man auf der Plaza den ganzen Chicha Einladungen nicht wirklich aus dem Weg gehen kann.
Am Dienstag schafften wir es dann tatsächlich auch mal zu den täglichen Stierkämpfen zu gehen. Dabei ist das Ziel allerdings nicht wie in Spanien den Stier zu töten, sondern lediglich das um den Hals gebundene Tuch zu erwischen. Trotzdem war die Sache nicht ganz ungefährlich, da ab und zu Stiere durch die nicht ganz so stabilen Holzzäune durchbrachen. Auch ob das Ganze nun weniger Tierquälerei ist, muss jeder für sich entscheiden.

La Corrida de Toros


Am Abend haben wir dann noch zufällig ein paar Kollegen von mir getroffen, die Marie und mich natürlich nicht nach Hause gingen lassen, sondern gleich mal mitgenommen haben. Und in Deutschland kann man sicherlich nicht sagen, dass man mit seinem Chef, zwei Oberärzten und ein paar Medizinstudenten bis in die Nacht trinkt, feiert und einfach einen lustigen Abend hat.
Die Tage danach liefen dann alle ähnlich ab. Abends war immer etwas an der Plaza los und mittags standen wieder Stierkämpfe an.  Am 28. November, den letzten Tag der Fiesta war dann nochmal eine große Abschlussfiesta angesagt.
Insgesamt waren es sehr anstrengende aber auch ereignisreiche und spannende acht Tage, da sehr viele Menschen, auch außerhalb Sopachuys da waren und somit im Dorf immer etwas los war.

Und nun ist es auch schon wieder Anfang Dezember - es sind Schulferien, das Dorf ist dementsprechend leer, da die meisten zu ihren Familien aufs Campo oder in die Städte gehen und ich muss nur noch kommende Woche arbeiten, dann hab auch ich endlich mal frei.
Die freie Zeit wird vor allem mit viel Reisen gefüllt. Am 15. Dezember geht’s für eine Woche nach Iquique, Chile und dann nochmal für ein paar wenige Tage zurück nach Sopachuy, um gemeinsam mit der Familie Weihnachten und Opa Carlos´ Geburtstag zu feiern.
Am 28. Dezember startet dann endlich unsere große Bolivien und Peru Reise, die Ende Januar mit dem Zwischenseminar in Sucre beendet wird.
Da ich in nächster Zeit sehr viel unterwegs sein werde, weiß ich nicht genau wann ich mich das nächste Mal melden werde. Deshalb auch schon einmal die Kurzinfo vorweg, was ich in der nächsten Zeit alles so machen und wo ich mich so rumtreiben werde.
Macht´s Gut und bis dahin!! :)